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Neues Partykonzept revolutioniert die Frankfurter Szene - Private Clubbing startet in Offenbach

Der Flyer, der zur „After-Xmas-Party“ lädt, fällt auf. Ein hübscher Latino in Nikolausmantel prangt auf ihm, dazu der Hinweis auf die Website http://www.private-clubbing.de. Auf den zweiten Blick fällt einem auf, dass keine Adresse darauf steht, stattdessen der Hinweis „members only – Anmeldung erforderlich“. Doch was genau steckt dahinter? Ein revolutionäres neues Partykonzept, wie wir finden. Aber Wolfram, einer der fünf Mitbegründer von „private clubbing“, wiegelt ab.

„Nein, eigentlich ist daran gar nichts neu. Wie Ihr sicher mitbekommen habt, ist die schwule Szene im Rhein-Main-Gebiet derzeit so stark im Wandel wie schon lange nicht mehr. Das „Blue Angel“ hat seine Pforten für immer geschlossen, das Pulse schwächelt wie schon lange nicht mehr, das „The Saint“ kränkelt vor sich hin, Partys fallen aus, Mitarbeiter klagen über ausstehende Gelder, niemand weiß, wie es weitergeht in Frankfurt. Wir selbst sind allesamt Kinder der goldenen L.O.F.T.-Zeit, und erinnern uns wehmütig an unser altes „Stammhaus“, in dem wir die besten Partys gefeiert haben“, lächelt er.

“Jeder, der heute in Frankfurt in die Szene geht, wird das kennen: Man findet nen Typen süß, spricht den an, will ihn anbaggern – und stellt fest, dass es entweder ne Hete ist, oder er einem Drogen verkaufen will, oder eben anschaffen geht – oder alles zusammen. Die Preise sind auf höchstem Niveau, man zahlt mal eben nen Zehner für nen Wodka-Bull oder sogar vierzehn Euro für einen Cocktail (das sind 28 Mark!). So macht das Feiern und Weggehen einfach keinen Spaß mehr, aber mangels Alternativen beißt man eben in den sauren Apfel oder sucht sich auf irgendwelchen Seiten im Internet ein Date, das dann nicht kommt, oder nicht so aussieht wie versprochen – irgendwie geht’s meistens schief!“

Genau aus dieser Situation ist „private clubbing“ entstanden. Die Gründer und Ideengeber gründeten einen Verein, um homosexuelle Kultur und auch Literatur zu fördern, und setzten sich mit verschiedenen Betreibern von Clubs und Partyveranstaltern zusammen, wo sie ein bis zwei Mal im Monat Partys geben wollten, die all diese Mankos ausgleichen. Andi, Gerd, Maikel, Sascha und Wolfram wollten einfach nur günstige Preise, nette schwule und lesbische Leute und tolle Stimmung haben – und Dealer, Diebe und sonstige Kriminelle, von Anfang an ausschließen.

„Wir wollten eine Partycommunity aufbauen, mit Leuten, die sich kennen, mit denen man sich unterhalten kann, auch in anderen Locations, wenn man sich zufällig mal trifft – kurz: Leute, mit denen man sich versteht und mit denen man was unternehmen kann. Dabei war es uns egal, ob das Gegenüber 18 oder 80 ist, dick oder dünn et cetera, denn es geht uns ja um Spaß und nicht um Sex - deshalb machen wir auch keine Sexpartys“, erklärt Wolfram weiter.

Die Idee hatte was, das stellten alle Beteiligten fest. Als es jedoch an die Umsetzung ging, war es nicht möglich, die arrivierten Betreiber in Frankfurt davon zu überzeugen, das Konzept mitzutragen. Zu sehr war der Kommerz im Vordergrund, und zu sehr ging es um Geld. „Als wir dann die Partyreihe starten wollten, stellten wir fest, dass niemand so wirklich Lust hatte, sich an die Verabredung zu halten, das ganze günstig und bezahlbar zu lassen. Daraufhin haben wir beschlossen, das ganze selber in die Hand zu nehmen.“

Und das Ergebnis überrascht auf der ganzen Linie: Getränke zum Selbstkostenpreis, beliebte DJs, wechselnde Locations, und in erster Linie auf Spaß und Party ausgelegt.

„Wir laden einfach unsere Freunde und deren Freunde zu einer privaten Party ein. Leute, die gerne zu uns kommen wollen, können sich in unserem Club bei Gayromeo anmelden oder uns eine Mail schreiben. Dann schauen wir uns die Leute an, und wenn sie zu uns passen, werden sie eingeladen.“

Dabei stecken Andi, Gerd, Maikel, Sascha und Wolfram vor jeder Party um die tausend Arbeitsstunden in ihr Projekt. Auch am Abend der Party arbeiten alle Leute (der DJ ausgenommen) umsonst dafür, dass ihre Partygäste einen schönen Abend haben. Und wie man auf den Bildern von der letzten Party, die unter dem Motto „Er sucht Ihn – alle flirten“ stand, sehen kann, hat sich die Arbeit wirklich gelohnt. Und wann steigt die nächste Party?

„Am 27.12.2008 veranstalten wir in guter alter L.O.F.T.- und MS-Connection-Tradition eine After-XMas-Party. Von 20 – 24 Uhr machen wir noch dazu eine Star-Special-Karaoke-Show. Am 31.01.2009 entführen wir Euch dann in die Alpen, wenn es heisst „Der Berg ruft, die Husche kommt!“ – dann nämlich zelebrieren wir Euch den Apres-Ski-Hüttenzauber vom Feinsten.“

Tja, dann heisst es gespannt sein, was von den fünf Jungs noch so alles zu erwarten ist. Ein Besuch auf http://www.private-clubbing.de lohnt sich jedenfalls, um das Neuste zu erfahren.

 

RLC

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