Gay-Küchen-Rezepte: Aphrodisiaka für den Hausgebrauch!

Es gibt schwule Köche, aber gibt es schwules Essen? Auf alle Fälle haben Gays ganz interessante Aphrodisiaka im Angebot, die Champagner ergänzen und die man(n) durchaus auch in der Küche verwenden kann. Könnten auch bei Heteros funktionieren und falls Ihr Sexualleben etwas träge sein sollte, versuchen Sie sich doch mal an den kulinarischen Tipps unseres Gay-Autoren Olivier L. Schrikker - statt Viagra und Cialis Sellerie und Champagner:

Liebe geht durch den Magen – Aphrodisiaka aus Leos Küche und Keller

Wir kennen alle das Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“. Aber wissen wir auch, was dahinter steckt? Vielleicht nicht, aber darüber wollen wir heute ein wenig plaudern.

Neu ist das mit der Liebe und dem Magen natürlich nicht, eher sagenumwoben und ein wenig mysteriös. Schon die alten Römer und Griechen kannten die Wirkung von bestimmten Lebensmittel und Getränken auf das Sexualleben. Aphrodite, zu deutsch „die Schaumgeborene“, gab in ihrer Funktion als griechische Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe dem Aphrodisiakum den Namen. Um die Fruchtbarkeit solls hier weniger gehen, das mit der Liebe könnte schon eher hinkommen, aber in erster Linie gehts um den Liebesakt an sich. Kurz gesagt: Wie kriege ich den Kerl meines Begehrens rum? Es gibt hunderte von Büchern zum Thema, wissenschaftliche Abhandlungen ebenso wie belletristische Umschreibungen, aber das Thema beschäftigt uns ja fast tagtäglich.

„Der Wein, ein Geschenk der Götter“, so könnte man es umschreiben, schließlich werden in der griechischen Mythologie die Feste des Dionysos, des Gott des Weines, ausgiebig umschrieben. Diese waren sehr ausschweifend und frivol, denn Wein gab es damals im Überfluß, und die Liebe gleich und umsonst dazu.

Wir wissen alle, daß Alkohol nicht nur die Zunge löst, sondern auch Hemmschwellen beseitigt, sofern man den Verzehr in Grenzen hält. Bier und „harte Sachen“ sind für unseren Zweck weniger geeignet, aber ein Glas guter Champagner bei einer Trinktemperatur von zirka 12 Grad kann wahre Wunder vollbringen. Die natürliche Kohlensäure sorgt nicht nur dafür, daß der Alkohol ins Blut geht, sondern das Prickeln wirkt sich auch noch positiv auf den Geschmacks- und Geruchssinn aus. Auch der Tastsinn im Mundraum und auf der Zunge wird angenehm stimuliert.

Die Sinnlichkeit des Rotweines betört mit seinen Aromastoffen nicht nur den Gaumen und die Zunge, nein, sie stimuliert auch das Gefühlsleben und die Sensibilität. Dabei sollte man auch hier beim Genuss auf die richtige Temperatur des Göttertranks achten, 16° bis 18°C sind für die meisten Rotweine vorteilhaft. Vor allem sollte man das Augenmerk auf die Weine des Bordeaux und des Burgund legen, sprich die Rebsorten Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Merlot sowie Cabernet Franc und Petit Verdot. Die Weine des Burgunds werden aus Pinot Noir gemacht. Die anderen Rebsorten kommen meist in Cuvées aus Bordeaux zum Tragen. Sollte nun gerade kein Bordeaux oder Burgunder zur Hand sein, tut es aber auch ein Wein mit obigen Rebsorten aus anderen Regionen. Viel Erfolg!

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In der Werbung wird das Bild einer gut aussehenden Frau mit einer feuerroten Erdbeere an rot geschminkten Lippen meist als erotischer Knaller dargestellt. Auf mich würde ein markanter Männerkopf mit der Erdbeere doppelt so erotisch wirken, aber die Werbung wird ja nicht ausschließlich für mich gemacht, sondern für die Allgemeinheit. Punkt ist jedoch, die Erdbeere, die sinnlich rote, saftige, süße und aromatische Frucht, hat nicht nur bildlich eine gewisse Wirkung. Unter den Früchten ist die Erdbeere nämlich die erotischste, und das liegt sicher nicht nur an der Farbe – wobei, rot, die Farbe der Liebe, könnte durchaus hier ihren Ursprung gefunden haben.

Der Vitamin-C-Gehalt der Erdbeere wirkt anregend, das Aroma eher betörend. Gepaart mit einem Hauch Pfeffer oder noch besser, einem Schuß Crema al Aceto Balsamico, die den Geschmack noch hervorheben, verfehlt die Erdbeere nicht ihre Wirkung. In Kombination mit einem guten Champagner (Pinot Noir!) ist der Erfolg vorprogrammiert.

Der Spargel, das Phallussymbol der Küche, ist ein Genuß in jeder Hinsicht. Ob roh, gekocht oder gebraten, er schmeckt nicht nur, sondern ist auch lustfördernd. Vor allem die Köpfe haben es uns angetan. Sie regen die Durchblutung des Genitalbereichs an. Was wollen wir denn mehr? Gesteigert wird der Effekt durch die richtige Würze. Die Wirkung von Kräutern und Gewürzen darf man nicht unterschätzen, daher empfehle ich ein wenig Muskatnuss (die selbst eine aphrodisierende Wirkung hat), oder Knoblauch in zarter Dosierung.

Die Tomate wird in Österreich zum Beispiel „Paradeiser“ genannt. Warum wohl? Nun, auch hier steht die Farbe wieder im Vordergrund. Die Tomate ist rot, feurig und sinnlich. Tomate mit Mozzarella, von den Italienern „Caprese“ genannt, nach der Insel Capri, der „Insel der Liebe“. Wenn die Italiener, das „Volk der Liebenden“ solch einen Namen finden, dann hat das sicher einen Hintergrund. Und was darf auf dem Caprese nicht fehlen?

Richtig, Basilikum. Was für ein Zufall, dieses Kraut steht auf der Liste der aphrodisierenden Kräuter und Gewürze sehr weit oben. Für diejenigen unter uns, die die Kraft des Basilikum als Poweraphrodisiakum bereits kennen- und schätzen gelernt haben , gibt es zum Beispiel in meinem Laden eine hochkonzentrierte Basilikumpaste, die ein starkes Aroma hat und dementsprechend auch wirkt. Wer da noch Viagra braucht, ist wirklich zu bemitleiden.

Eine Alternative zu Basilikum wäre der Liebstöckel, auch als „Maggikraut“ bekannt. Laßt Euch mal den Namen auf der Zunge zergehen… Der Liebstöckel ist in seiner Wirkung nicht weniger kräftig, und harmonisiert ebenso mit Tomate und Mozzarella. Dazu trinkt man am besten einen Tempranillo aus Spanien, der kühl ein richtiger Genuß ist. Verfolgt man die Herkunft der Tempranillo-Rebe, stellt man fest, daß sie ihren Ursprung im Burgund bei den bereits erwähnten Pinot-Noir-Trauben hat. Guten Appetit!

Casanova und seine Austern… Die Geschichte des Giacomo Casanova ist ja allseits bekannt und bedarf hier keiner Wiederholung; Casanova war die Potenz in Person, Verführer und Herzensbrecher. Manch einer fragt sich heute nicht, wie er das alles geschafft haben soll, denn sein Aussehen war nicht wirklich berauschend, wohl aber seine Liebeskünste – und er war ein Liebhaber der aphrodisierenden Genüsse. Die Auster hatte es ihm dabei besonders angetan. Angeblich soll er allmorgendlich fünfzig Stück verspeist haben, als Genießer natürlich in rohem Zustand. Ausschlaggebend ist der extrem hohe Eiweißgehalt der Austern, den man selbstverständlich auch mit Hühnereiern erzielen könnte, allerdings sind 50 Austern garantiert bekömmlicher als 50 Hühnereier. Realistisch wäre ein Dutzend Austern für zwei mit etwas frischem Zitronensaft, begleitet von einem Glas Chablis, Muscadet oder Champagner erfüllen sie ihren Zweck auch. Bei Kerzenschein in romantischer Umgebung sind Austern und Champagner der Knaller schlechthin.

Ebenso geheimnisvoll ist der Umgang mit Trüffeln. Damit ist nicht die Praline gemeint, sondern das „schwarze Gold“ aus dem Perigord oder dem Piemont. Verführerisch dunkel und geheimnisvoll, wohlschmeckend und LUXUS pur. Was die wenigsten wissen, ist, daß der Geruch des Trüffels den menschlichen Sexuallockstoffen sehr stark ähnelt. Das hat der Trüffel mit der Vanille im Rohzustand übrigens gemeinsam, allerdings ist die Vanille eher stimmungsbelebend.

Schokolade ist allerdings die süßeste Verführung, und wurde schon seit jeher mit Erotik und Liebe in Verbindung gebracht. Die Azteken bezeichneten Schokolade als Speise der Götter und glaubten an die aphrodisierende Wirkung der Kakaobohne. Tatsache ist, dass der Kakao einen Wirkstoff enthält, den wir im Körper selbst produzieren, wenn wir uns verlieben. Der Wunder-Wirkstoff nennt sich Phenylethylalanin und gehört zur Gruppe der Endorphine, den so genannten Glückshormonen. Um so viel wie möglich von diesem heiß begehrten Stoff zu bekommen sollte man(n) darauf achten, dass man eine sehr hochwertige Schokolade mit hohen Kakaoanteil zu sich nimmt. Wie zum Beispiel von Domori aus Italien, die bis zu 100% Kakaoanteil enthält. Etwaige Zusätze oder Füllungen wie Zimt, Vanille oder gar Muskatblüte erhöhen die Wirkung. Auch die handgeschöpfte österreichische Zotter-Schokolade enthält in den verführerischen Füllungen eine Zutaten, die unsere Sache mehr als zuträglich sind. Ich empfehle, einfach mal ein wenig zu experimentieren. Und wenn Ihr Fragen habt, schreibt mir oder ruft mich in meinem Laden an, ich helfe gerne.

Die englische Bezeichnung für „Hochzeitsreise“ ist „Honeymoon“, und das wohl nicht ohne tieferen Sinn. Der Honig als Naturprodukt ist auch in der Liste der betörenden Speisen zu finden. Vor Jahrhunderten galt der Honig als „Aphrodisiakum der ersten Nacht“ und wurde in Form von Met oder einfachem Honigtrunk bei Hochzeiten gereicht. Ein arabischer Philosoph empfiehlt zur Steigerung der Manneskraft eine Kombination von Honig, Pfeffer und Ingwer. Und daß sich die Araber mit solchen Dingen gut auskennen, ist spätestens seit der Vielweiberei in Form des Harems oder, poetischer ausgedrückt, der Serails, bekannt. Daß die Araber auch einen guten Umgang mit dem gleichen Geschlecht haben, ist auch hinreichend bekannt. Wohl bekomms!

Info Leo's Laden

Leo betreibt in der Nähe von Wiesbaden ein kleines Fachgeschäft für Weine, Spirituosen und Feinkost. Bei Fragen an ihn bitte an Leos-Laden@gmx.de mailen.

Pastis,  der Haus- und Hofaperitif der Franzosen, ist ein Anislikör, und Anis gehört wie Kardamom (die Araber tun es in den Kaffee) zu den aphrodisierenden Gewürzen. Senf macht scharf, und das stimmt gleich in zweifacher Hinsicht. Auch hier sind die Franzosen wieder Vorreiter, mit dem weltberühmten Dijon-Senf ist so manch einer ziemlich glücklich geworden. Noch erwähnenswert sind Gewürznelken, Safran, Petersilie und Schnittlauch, letztere unauffällig über den Salat gestreut. Sellerie, Karotten und Gurken sind hier als heimische Gemüse noch zu nennen, wobei Sellerie wassertreibend ist, was bei so manchen Fetischen durchaus hilfreich sein kann. Zwei weitere Kandidaten auf dem Speiseplan der Erotik sind auch noch Melonen und Paprika. Auch der Rettich, der schon im Volksmund „scharf“ macht, zählt dazu.

Nüsse haben im allgemeinen ebenfalls stimulierende Wirkung. Nicht umsonst ist die Nussschokolade begehrt. Aber auch Produkte wie Haselnussöl oder Walnussöl für den Salat sorgen für eine gewisse Grundstimmung. Und falls man eine frische Kokosnuß zur Hand hat (wichtig: Keine Trockenflocken verwenden!), kann diese auch hilfreich zum Verlauf des Abends beitragen. Abgesehen davon schmeckt frische Kokosmilch einfach nur lecker.

Eine russische Nacht auf gehobenen Niveau muß nicht unbedingt im Wodkarausch enden! Kaviar mit Blinis und Smetan (russische saure Sahne), dazu  Krimsekt, könnte dem Abend einen ganz anderen Verlauf geben, man sollte allerdings darauf achten, dass die Nachbarn sich nicht über die Lautstärke beschweren.

Zum Schluß möchte ich noch erwähnen, dass Lebensmittel nicht nur oral und kulinarisch eine erotische Wirkung haben können, auch die äußerliche Anwendung findet starken Anklang. Am besten nimmt man Oliven- oder Macademianußöl, wärmt es leicht an und trägt es mit beiden Händen auf die Haut auf. Über den gesamten Körper mit sanften langsamen Bewegungen einmassiert, ist es nicht nur eine erotische Wohltat, sondern auch ein Vorspiel, das seinesgleichen sucht. Mal abgesehen von der Gleitfähigkeit, die Öle ja bekanntlich haben, ist eine solche Behandlung auch noch pflegend für die Haut, gesund und wohlschmeckend. Viel Spaß!

Olivier L. Schrikker

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